Folgen

(30.10.2012) Stellungnahme zur Greenpeace Detox Kampagne

(30.10.2012) Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat eine Kampagne gestartet, in der sie auf gefährliche Substanzen im Produktionsprozess von Outdoor-Produkten hinweist.

Greenpeace ist vor einigen Monaten auf uns zugekommen, weil wir uns sehr klar zum Thema Nachhaltigkeit positionieren, innerhalb der Outdoor-Branche beim Handel, Endverbraucher und in unseren Branchen-Verbänden dieses Thema vorantreiben und auch bezüglich Fluorcarbone Vorreiter sein wollen.

Wir begrüßen, dass Greenpeace seinen Fokus auf dieses Thema legt. Wir erhoffen uns dadurch Fortschritte bei der verfügbaren Technologie. Aus unserer Erfahrung wird diese Kampagne die Verfügbarkeit von ökologisch verträglichen Materialien und Verfahrensweisen am Markt erhöhen. Dies entspricht unserer Zielsetzung, die bisherigen Materialien zu ersetzen, ohne an Performance einzubüßen. Dies haben wir auch zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Sportartikelindustrie BSI und der darin organisierten Fachgruppe Outdoor in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 20.09.2012 deutlich gemacht.

Insbesondere wirft Greenpeace der Outdoor-Branche vor, poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) zu verwenden. Diese fluororganischen Verbindungen werden bei der textilen Ausrüstung von Outdoorbekleidung, Schlafsäcken, Zelten und Schuhen eingesetzt. Mit ihrer wasser-, schmutz- und ölabweisenden Wirkung garantieren sie die hohe Funktionalität von Outdoor-Produkten.

Unsere Produkte stellen kein gesundheitliches Risiko dar und können bedenkenlos weiter getragen und gekauft werden.

Im Herstellungsprozess in den Produktionsländern, beim späteren Waschen des fertigen Produkts sowie bei der Produktentsorgung stellen PFC-Substanzen jedoch ein Risiko für Mensch und Umwelt dar. Sie reichern sich in der Umwelt und über die Nahrungskette im menschlichen Organismus an und sind nicht biologisch abbaubar.

VAUDE engagiert sich seit vielen Jahren proaktiv für Umweltschutz und soziale Verantwortung. Als erstes Unternehmen der Outdoor-Branche hat VAUDE ein Umweltmanagementsystem eingeführt und ist seit 2008 nach EMAS zertifiziert. Seit 2001 arbeiten wir eng mit bluesign technologies AG (www.bluesign.com) zusammen und stellen bereits über 60% unserer Bekleidungskollektion nach bluesign Standard her.

Wir befassen uns auch mit dem Thema Fluorcarbone schon seit Jahren und haben dazu sowohl in unseren jährlichen Nachhaltigkeitsberichten, als auch auf unserer Website dazu offen und ehrlich kommuniziert, bspw. hier:

http://www.vaude.com/de-DE/Materialien-Technologien/
http://www.vaude.com/de-DE/Nachhaltigkeitsbericht/

PFC gehören zu einer Gruppe von chemischen Substanzen mit sehr unterschiedlichen Funktionalitäten in der Textil-Industrie und unterschiedlichen Umweltaspekten. Als bluesign Systempartner gilt für unsere Produkte die bluesign Restricted Substance List, die auch die Verwendung von PFC stark reguliert und für die Substanzen, die nicht sowieso unter bluesign verboten sind, strenge Grenzwerte für das Endprodukt vorgibt. Der bluesign Standard ist der strengste textile Standard für Umweltschutz, Verbraucherschutz und Arbeitssicherheit. Er richtet sich immer nach der weltweit besten verfügbaren Technologie.

Wir haben uns bereits vor Jahren klar gegen die Verwendung von PTFE-Membranen in unseren Produkten entschieden (für deren Herstellung PFC benötigt werden) und verarbeiten ausschließlich Membrane aus PE oder PU. Wir machen dies bewusst, obwohl sich Produkte mit PTFE-Membrane am Markt aufgrund der hohen Marketing-Präsenz des größten PTFE-Membran-Herstellers besser verkaufen. Dennoch bietet der Markt bei Membranen eine überzeugende Alternative, wie z.B. Sympatex, welches wir verwenden.

Neben Membranen stellen PFC ein großes Problem für die wasser-, öl- und schmutzabweisende Ausrüstung (sogenannte DWR "durable water repellency") von Materialien dar. Die momentan am Markt üblichen DWR können dazu führen, dass Rückstände von PFC in den Produkten gefunden werden. Hierbei handelt es sich meist um PFOA, für das es keinen gesetzlichen Grenzwert gibt, das allerdings unter dem bluesign Standard streng geregelt ist.

Greenpeace hat auch Produkte von VAUDE getestet und darin Rückstände von PFC gefunden. Leider liegen uns die konkreten Testergebnisse der von Greenpeace getesteten VAUDE-Produkte erst seit Veröffentlichung der Studie am Montag vor. Daraufhin haben wir umgehend eigene Analysen in Auftrag gegeben und sind in Kontakt mit unserem Partner bluesign Technologies AG.

Wir können allerdings mit einiger Sicherheit sagen, dass es sich dabei eben um "Rückstände" von im Produktionsprozess der DWR mit der sogenannten C8-Technologie entstehenden Substanzen handelt, die nicht absichtlich eingesetzt werden.

Obwohl wir intensiv daran arbeiten, existieren im Gegensatz zu Membranen auf dem Markt momentan nach wie vor leider keine PFC-freien DWR, die eine gleichwertige Wasser-, Öl- und Schmutzabweisung beim Endprodukt bieten. Wir haben leider mit PFC-freien Alternativen bisher sehr häufig schlechte Testergebnisse erzielt. Zum einen lassen sich die wenigen auf dem Markt vorhandenen PFC-freien Alternativen in der Serienproduktion noch nicht zuverlässig genug applizieren. Zum anderen lassen die Produkte Wasser und Schmutz nicht einfach "abperlen", sondern saugen sich an der Oberfläche beispielsweise mit Regenwasser voll, was für den Benutzer des Produktes zu einem klammen, feuchten Gefühl beim Tragen führt.

Die Erwartungshaltung unserer Kunden an die Funktionalität der Produkte ist in diesem Aspekt besonders hoch, aber die Sensibilität für die Umwelt- und Verbraucherschutz-Probleme, die diese DWR mit sich bringen, bislang nicht sehr ausgeprägt.

Bis Ende 2014 gesamte Kollektion PFOA-frei

Trotzdem arbeiten wir mit Hochdruck weiter daran, PFC-freie Alternativen zu finden und schrittweise unsere gesamte Kollektion umzustellen. Bis Ende 2014 werden wir komplett aus der C8-Technologie aussteigen und somit in der gesamten Kollektion dann PFOA-frei sein.

Wir sehen das ganz klar nur als einen Zwischenschritt an auf dem Weg zum kompletten Ausstieg aus PFC. Dies ist unser erklärtes Ziel.

Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass VAUDE ein mittelständisches Familienunternehmen ist und der Einfluss, den wir auf unsere Lieferkette nehmen können, leider nicht besonders hoch ist. Wir arbeiten daher eng mit anderen Unternehmen innerhalb und außerhalb unserer Branche (z.B. chemische Industrie) zusammen, um diese Herausforderung gemeinsam zu lösen.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

War dieser Beitrag hilfreich?
2 von 2 fanden dies hilfreich
Haben Sie Fragen? Anfrage einreichen
Powered by Zendesk